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Die Erfolgsstory - 90 Jahre Blumen Schmitt

Teil 2: Die Kriegsjahre – Flexibilität als Notwendigkeit


Wenn überleben wichtiger wird als Schönheit.

1939 bis 1945. Gerade mal drei Jahre hatte August Schmitt seine Friedhofsgärtnerei aufgebaut, da veränderte der Krieg alles. Blumenzwiebeln? Geranien? Chrysanthemen? Niemand brauchte sie mehr. Der Hunger war größer als das Bedürfnis nach Schönheit. Also tat August, was viele Gärtner damals taten: Er stellte um. Radikal. Komplett.


Aus Blumenbeeten wurden Gemüseäcker

Wo vorher sorgfältig gepflegte Zierpflanzen standen, wuchsen nun Kartoffeln, Kohl und Rüben. Die Gewächshäuser, eigentlich für empfindliche Blumen gedacht, schützten jetzt Tomaten und Gurken. Jedes Stück Land wurde genutzt. Jede Ernte zählte. August Schmitt war nicht mehr nur Gärtner, sondern Versorger. Seine Kundschaft kam nicht mehr für Trauerkränze und Grabschmuck, sondern für das Nötigste zum Überleben. Die Gärtnerei fütterte Familien durch die härtesten Jahre.


Maria hielt den Laden zusammen

Während August oft zum Kriegsdienst eingezogen war, führte seine Frau Maria den Betrieb weiter. Allein. Mit drei kleinen Kindern. Sie pflanzte, erntete, verkaufte. Sie hielt durch, als viele aufgegeben hätten. Diese Jahre schweißten die Familie zusammen. Und sie lehrten eine wichtige Lektion: Flexibilität ist überlebenswichtig. Wer sich nicht anpassen kann, geht unter.


Der Neuanfang nach dem Krieg

1945. Der Krieg ist vorbei. Langsam normalisiert sich das Leben. Und mit der Normalität kehrt auch das Bedürfnis nach Schönheit zurück. Die Menschen wollen wieder Blumen. Auf den Gräbern ihrer Angehörigen. In den Gärten. Als Symbol dafür, dass das Leben weitergeht.

August Schmitt stellt um. Wieder. Diesmal zurück zu seinen Wurzeln. Die Gewächshäuser füllen sich erneut mit Blumen. Die Beete werden wieder bunt, die Friedhofsgärtnerei blüht auf.


Diese Jahre prägten ihn für immer. Respekt vor der Natur, Anpassungsfähigkeit und die Einsicht,
wie wichtig Pflanzen in schwierigen Zeiten für das Überleben waren.

Nächsten Monat lesen Sie: 1954. Als Karl-August Schmitt mit nur 22 Jahren plötzlich Verantwortung übernehmen musste.


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